Verband der Osteopathen Deutschland (VOD) e.V.
Foto: Verband der Osteopathen Deutschland (VOD) e.V.

Viszerale Osteopathie

Organe sind durch Bindegewebe miteinander verbunden und die meisten werden vom Bauchfell umhüllt. Innerhalb dieses lockeren Verbundes sind sie beweglich. Verschiedene Störungen, wie z.B. Narben, Verklebungen, Organsenkungen oder Entzündungen können Spannungen in diesen Strukturen verursachen und zu Problemen führen. Ziel der Osteopathie ist es, durch sanftes Ertasten solche Störungen zu erkennen und die Eigenbeweglichkeit der Organe zu verbessern.


Kraniosakrale Osteopathie

Zum kraniosakralen System gehören Schädel, Wirbelsäule, Kreuzbein sowie deren Inhalte, also das Nervensystem mit dem Liquor (Hirnflüssigkeit) und den Hirnhäuten, die sich bis zum Steißbein fortsetzen. All diese Strukturen werden untersucht und gegebenenfalls behandelt. Dabei kommen sanfte Zug- und Druckbewegungen sowie ein leichtes Halten verschiedener Punkte zum Einsatz. Das Ziel einer osteopathischen Behandlung besteht darin, dass Muskeln, Knochen, Organe und Nerven wieder in einen natürlichen Fluss gebracht werden.

 

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Parietale Osteopathie

Die parietale Osteopathie beschäftigt sich mit der Erkennung und Behandlung von Störungen des Muskel-Skelett-Systems. Das Muskel-Skelett-System ist der Stütz- und Bewegungsapparat des menschlichen Körpers. Die parietale Osteopathie sucht nach Störungen in den einzelnen Strukturen des Bewegungsapparates sowie in ihrem Zusammenspiel mit dem Ziel, diese manuell zu beseitigen.


Der Körper als Einheit

Die Aufteilung in viszerale, kraniosakrale oder parietale Behandlungstechniken bzw. Systeme hat den Zweck, die Osteopathie verständlicher erklären zu können. In Wirklichkeit sind diese drei Systeme untrennbar miteinander verbunden und arbeiten zusammen. Zum Beispiel kann eine Verspannung im Bereich der Brustwirbelsäule dazu führen, dass die Neven, die aus dem Rückenmark in diesem Bereich austreten, irritiert werden. Diese Nerven versorgen Verdauungsorgane (Magen, Leber, Gallenblase, Milz, Dickdarm). Dadurch kann es zu Beschwerden im Verdauungssystem kommen. Diese Ursachen-Wirkungs-Kette kann aber auch in die andere Richtung verlaufen. D.h. Störungen im Bereich der Verdauungsorgane können zu Verspannungen und Schmerzen im Bereich der Brustwirbelsäule führen. Der erfahrene Osteopath versucht herauszufinden, wo die Ursachen der Beschwerden liegen. Sein Ziel ist es, die wesentlichen Störfaktoren zu behandeln und den Körper dabei zu unterstützen, wieder in sein natürliches Gleichgewicht zu finden. Es ist aber nicht alles behandlungsbedürftig. Der Osteopath sollte darauf achten, keine zweckmäßigen Kompensationen zu beheben, die der Körper selbst gefunden hat, um Störungen auszugleichen.

Ablauf der Behandlung

Die Feststellung einer Dysfunktion setzt langes und intensives Training des Tastvermögens voraus. Die osteopathische Behandlung erfolgt mit eigens entwickelten osteopathischen Techniken. Ziel ist es, dem behandelten Menschen zu ermöglichen, durch Verbesserung der Beweglichkeit der betroffenen Struktur, sich selbst auf natürliche Art und Weise ins Gleichgewicht zu bringen.

 

Osteopathie beschränkt sich nicht auf die Behandlung einzelner Symptome, sondern sieht immer den Menschen als Ganzes. Behandelt werden daher auch keine Krankheiten, sondern Menschen. Deshalb ist es auch nicht sinnvoll, Indikationen für die Osteopathie anzugeben. Die Beseitigung von Symptomen ist im Grunde nicht Ziel der Behandlung, sondern nur ein Ergebnis der Auflösung von Einschränkungen osteopathischer Dysfunktionen jeder Art.

Diagnose

Bevor eine osteopathische Behandlung begonnen wird ist es manchmal ratsam, eine einhergehende schulmedizinische Diagnose voranzustellen. Auch Befunde aus früheren medizinischen Untersuchungen sind hilfreich. Bringen Sie bitte Bilder (Röntgen, MRT, etc.), Laborbefunde und Arztbriefe mit. Die Osteopathie ergänzt in vielen Fällen die klassische Schulmedizin, ersetzt diese aber nicht. Der erste Termin beginnt mit einer ausführlichen Anamnese zu den Beschwerden und zu Vorerkrankungen.

 

Zu Beginn jedes Osteopathietermins wird der Patient untersucht, um festzustellen, welche Dysfunktionen sich an diesem Behandlungstag zeigen und was sich verändert hat. Die Behandlung wird dann zu jedem Termin aufs Neue dem jeweiligen körperlichen Zustand des Patienten angepasst. Die Veränderung von Mustern im menschlichen Körper gehört zum Therapieprozess.